Berufliches Coaching

Ich stehe draußen und genieße die herbstliche Sonne, während ich auf den nächsten Teilnehmer warte. Dann steht ein ganz junger Mann vor mir. Das Gesicht noch weich und verletzlich. Er sagt,”Guten Tag” dann guckt er unsicher. Ich frage ihn, was ich für ihn tun kann. Der erstaunliche Junge gibt sich einen Ruck und sagt: “Ich will ein berufliches Coaching.” Er ist ganz ernst und ich bin es auch. “Okay” sage ich, “lass uns reingehen und reden”. Drinnen angekommen frage ich ihn, wie er auf mich gekommen sei. Er hat von einer Klassenkameradin gehört, dass man hier gutes und kostenloses Bewerbungstraining kriegen kann und das ich auch andere Sachen machen würde. Er erzählt mir später, dass seine Eltern beide arbeitslos sind und von ALGII-Leistungen leben. Er mache im nächsten Jahr seinen Hauptschulabschluss und möchte eine gute Ausbildung. Er ist ernsthaft und sich darüber im Klaren, dass er ein anderes Leben möchte. Ich bin beeindruckt. Als ich ihn frage, was er gern machen möchte, sagt er: “Industriemechaniker”. Ich frage ihn, wie er auf diesen Beruf gekommen sei. “Ja”, sagt er, “das habe ihm die Frau im Berufsinformationszentrum vorgeschlagen”. Ich frage nach, wie die Frau darauf gekommen sei. Er zuckt mit den Schultern, wüsste er auch nicht. Ich frage, ob Tests mit ihm gemacht worden wären, er verneint. Ich frage, ob man ihm erklärt habe, worum es in dem Beruf gehe? Nein, sagt er,auch das nicht. Unterlagen? Nein, die habe er auch nicht bekommen. Warum frage ich eigentlich, denke ich mir.

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